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Sonderposten / Restposten
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Die DIN 4074-5 wird geändert: Kleine Fraßgänge von Frischholzinsekten sollen bei Laubschnittholz für tragende Bauteile künftig bis zu einem Durchmesser von 2 mm zulässig sein. Damit kann Eichenholz mit entsprechenden Spuren zukünftig einer Tragfähigkeitssortierung zugeordnet werden, sofern es auch alle weiteren Anforderungen der jeweiligen Sortierklasse erfüllt.

Die Änderung betrifft damit Holz, das bislang allein wegen kleiner Fraßgänge nicht nach DIN 4074-5 sortiert werden konnte. Für die Verwendung von Eiche im Holzbau eröffnet die neue Regelung zusätzliche Möglichkeiten.

Was ändert sich mit der neuen DIN 4074-5?

Die DIN 4074-5 regelt die Sortierung von Laubschnittholz nach der Tragfähigkeit. Die bisherige Fassung aus dem Jahr 2008 lässt Insektenfraß bei den Sortierklassen LS 7, LS 10 und LS 13 nicht zu. Bereits kleine Bohrlöcher führen deshalb dazu, dass das betroffene Holz nicht nach dieser Norm eingestuft werden kann.

Die Neufassung passt dieses Kriterium an. Fraßgänge und Bohrlöcher von Frischholzinsekten sollen bis zu einem Durchmesser von 2 mm in den Sortierklassen LS 7, LS 10 und LS 13 zulässig sein. Größere Fraßgänge bleiben ausgeschlossen.

Die Änderung bedeutet nicht, dass jedes Holzstück mit kleinen Fraßspuren automatisch für tragende Zwecke geeignet ist. Äste, Risse, Faserneigung, Krümmung und alle weiteren Sortiermerkmale müssen weiterhin vollständig beurteilt werden. Neu ist, dass kleine Fraßgänge nicht mehr grundsätzlich eine Sortierung nach der Tragfähigkeit verhindern.

Eichenholz mit sichtbaren schwarzen Fraßgängen des Eichenkernkäfers

Warum wird die Bewertung von Fraßgängen angepasst?

Der Eichenkernkäfer tritt vor allem an geschwächten Eichen und in frisch eingeschlagenem Holz auf. Trockenperioden und hohe Temperaturen setzen den Eichenbeständen zunehmend zu und begünstigen dadurch auch den Befall. Entsprechend häufiger finden sich die typischen schwarzen Fraßgänge im eingeschnittenen Holz.

Nach der bisherigen DIN 4074-5 genügt bereits eine solche Spur, um das Holz von der Tragfähigkeitssortierung auszuschließen. Dabei sagt ein kleiner Fraßgang allein noch nicht aus, ob das gesamte Holzstück die erforderliche Tragfähigkeit besitzt. Die kommende Änderung ermöglicht deshalb eine genauere Bewertung: Entscheidend ist nicht mehr nur, ob Fraßgänge vorhanden sind, sondern auch, wie groß sie sind.

Was bedeutet die Änderung für Eichenholz?

Eiche mit kleinen Fraßgängen kann trotz dieses Merkmals fest und für tragende Anwendungen geeignet sein. Nach der bisherigen Regelung durfte sie dennoch nicht in eine Sortierklasse der DIN 4074-5 eingeordnet werden. Damit schied sie für entsprechende Anwendungen aus, obwohl ihre übrigen Merkmale die Anforderungen möglicherweise erfüllt hätten.

Mit der neuen Regelung kann solches Holz künftig regulär geprüft und sortiert werden. Erfüllt ein Holzstück sämtliche Anforderungen der vorgesehenen Sortierklasse und überschreiten die Fraßgänge den festgelegten Durchmesser nicht, steht dieses einzelne Merkmal einer Einstufung nicht mehr entgegen.

Die Normänderung erweitert damit nicht pauschal die zulässigen Holzmerkmale. Sie beseitigt vielmehr ein Ausschlusskriterium, das kleine und größere Fraßgänge bislang gleich behandelt hat.

Die schwarzen Fraßgänge stammen aus dem frischen Holz

Der Eichenkernkäfer gehört zu den Frischholzinsekten. Er befällt geschwächte Eichen sowie frisch eingeschlagenes beziehungsweise ausreichend feuchtes Holz. In den angelegten Gängen wächst ein vom Käfer eingebrachter Pilz, der ihm als Nahrungsgrundlage dient.

Im trockenen Holz kann sich dieser Pilz nicht mehr entwickeln. Dem Eichenkernkäfer fehlen damit die Bedingungen, die er zum Leben benötigt. Die schwarzen Fraßgänge bleiben im Holz sichtbar, bedeuten aber keinen fortbestehenden Befall im technisch getrockneten Holz.

Tragfähigkeit und Sortierungsbild bleiben getrennte Fragen

Die DIN 4074-5 beurteilt Laubschnittholz ausschließlich nach seiner Tragfähigkeit. Die neue Zulässigkeit kleiner Fraßgänge sagt deshalb nichts darüber aus, welchem optischen Erscheinungsbild das Holz entspricht.

Bei Sortierungsbeschreibungen können Fraßgänge weiterhin ausschlaggebend sein. Wurde eine Sortierung ohne sichtbare Bohrlöcher vereinbart, entspricht Holz mit solchen Merkmalen dieser Vereinbarung auch dann nicht, wenn es nach der neuen DIN 4074-5 einer Tragfähigkeitssortierung zugeordnet werden kann.

Die Änderung betrifft somit nicht jede Form der Holzsortierung, sondern ausschließlich die technische Einordnung von Laubschnittholz für tragende Bauteile.

Wann gilt die neue Regelung?

Die DIN 4074-5:2026-05 wurde bereits veröffentlicht, wird derzeit jedoch berichtigt. Käufer bereits ausgelieferter Dokumente erhalten die Berichtigung automatisch.

Bis die Berichtigung vorliegt, müssen die konkreten Vorgaben und der Zeitpunkt ihrer Anwendung anhand des jeweils aktuellen Normstands geprüft werden. Informationen dazu stellt DIN Media bereit.

Ein wichtiger Schritt für Eiche im Holzbau

Die kommende Änderung der DIN 4074-5 ermöglicht eine differenziertere Beurteilung von Eichenholz mit kleinen Fraßgängen. Statt jedes betroffene Holzstück allein aufgrund dieses Merkmals auszuschließen, kann künftig seine tatsächliche Eignung innerhalb der vollständigen Tragfähigkeitssortierung bewertet werden.

So kann mehr Eichenholz einer passenden Verwendung zugeführt werden, ohne die Anforderungen an die jeweilige Sortierklasse herabzusetzen. Kleine Spuren von Frischholzinsekten bleiben sichtbar – verhindern die technische Einordnung aber nicht mehr grundsätzlich.

Bei Fragen zu verfügbaren Holzarten, Abmessungen und Sortierungen können Sie uns gerne kontaktieren.