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Sonderposten / Restposten
Sonderposten / Restposten

Das Befestigungssystem gehört zur technischen Planung

Die Befestigung von Terrassendielen sollte nicht allein nach der gewünschten Optik ausgewählt werden. Dielenmaterial, Abmessungen, Holzfeuchte beziehungsweise Materialverhalten, Unterkonstruktion, Standort und spätere Nutzung müssen zusammen betrachtet werden.

Bei Holzterrassendielen kommen je nach Holzart und Konstruktion sowohl sichtbare Verschraubungen als auch verdeckte Befestigungssysteme infrage. Gerade bei verdeckten Systemen ist jedoch zu prüfen, ob der jeweilige Hersteller die verwendete Holzart, Dielenabmessung und Unterkonstruktion ausdrücklich freigibt. Einige Holzarten werden aufgrund ihres Verformungs- oder Quell- und Schwindverhaltens von einzelnen Systemherstellern ausgeschlossen. Für WPC- beziehungsweise NFC-Terrassendielen gelten keine produktübergreifend einheitlichen Montagevorgaben. Hier sind die aktuelle Montageanleitung und die vom Hersteller freigegebenen Systemkomponenten maßgeblich. Unterschiedliche Rezepturen und Herstellverfahren können zu unterschiedlichen Anforderungen an Unterkonstruktion, Befestigung, Fugen und Bewegungsabstände führen.

Befestigung von Terrassendielen

Sichtbare Verschraubung von Holzterrassendielen

Bei der sichtbaren Befestigung werden die Terrassendielen von oben mit der Unterkonstruktion verschraubt. Schraubenart, Schraubenabmessung und Montage müssen auf die verwendete Holzart sowie auf eine Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium abgestimmt sein. Für Holzterrassendielen sind geeignete Edelstahlschrauben einzusetzen. Dabei reicht die Bezeichnung „Edelstahl“ allein für die Auswahl nicht aus. Holzart, Standort und Korrosionsbeanspruchung müssen berücksichtigt werden. Insbesondere bei gerbstoffhaltigen Hölzern können ungeeignete metallische Verbindungsmittel zu Verfärbungen führen.

Bei besonders harten und schweren Laubhölzern sowie bei vielen modifizierten Hölzern ist das fachgerechte Vorbohren wichtig. Entscheidend sind dabei die Vorgaben des Schrauben- und gegebenenfalls des Dielenherstellers. Ein Bohrsenker für Terrassendielen ermöglicht das Vorbohren und gleichzeitige Herstellen einer gleichmäßigen Senkung für den Schraubenkopf. Auch die Einschraubtiefe sowie das vorgegebene Drehmoment beziehungsweise die Drehzahl müssen beachtet werden. Eine ungeeignete Verarbeitung kann Schrauben beschädigen oder zu Problemen führen, wenn sich die Holzdielen später durch Feuchteänderungen bewegen.

Verdeckt liegende Befestigungssysteme

Bei verdeckten Befestigungssystemen erfolgt die Verbindung je nach System beispielsweise an der Unterseite der Terrassendiele oder über eine seitliche Nut. Auf der Oberseite befinden sich dadurch keine sichtbaren Schraubenköpfe. Die Bezeichnung „verdeckt“ bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass das gesamte Befestigungssystem unsichtbar ist – einzelne Bauteile können durch die Fugen erkennbar bleiben. Bei einigen unterseitig montierten Systemen entsteht gleichzeitig ein konstruktiver Abstand zwischen Terrassendiele und Unterkonstruktion. Außerdem gibt es Systeme, deren Befestigungsprinzip die materialbedingte Bewegung der Diele berücksichtigt. Diese Eigenschaften dürfen jedoch nicht pauschal auf jedes verdeckte Befestigungssystem übertragen werden.

Befestigungsmittel, Terrassendiele und Unterkonstruktion müssen als aufeinander abgestimmtes System betrachtet werden. Verwenden Sie daher nur die Komponenten, die der jeweilige Hersteller für die konkrete Anwendung freigegeben hat. Ein Beispiel aus unserem Sortiment ist der Terrassenverbinder DILA2/22. Dieses Befestigungssystem ist für alle von uns vertriebenen Holz-Terrassendielen mit einer Materialstärke von 24-32mm verwendbar.

Befestigung von seitlich genuteten Terrassendielen

Bei seitlich genuteten Dielen können geeignete Terrassenverbinder beziehungsweise Clips in die Nut eingesetzt und mit der Unterkonstruktion verbunden werden. Entscheidend ist, dass Verbinder, Nutgeometrie, Dielenmaterial und Unterkonstruktion aufeinander abgestimmt und vom Hersteller freigegeben sind. Bei Holz muss das Befestigungssystem die materialbedingten Quell- und Schwindbewegungen berücksichtigen. Ein vorhandener Clip ist deshalb nicht allein aufgrund seiner Abmessungen oder seines optisch passenden Sitzes automatisch für eine Diele geeignet.

Für WPC/NFC gilt dies besonders: Verwenden Sie nur das für das jeweilige Dielensystem freigegebene Zubehör. Ein WPC-Terrassenclip aus unserem Sortiment ist daher nicht als universeller Clip für beliebige WPC-Profile zu verstehen. Entscheidend ist immer die konkrete Systemfreigabe.

Welche Faktoren entscheiden über das Befestigungssystem?

Dielenmaterial und Materialverhalten

Bei Holz beeinflussen unter anderem Holzart, Holzfeuchte sowie Quell-, Schwind- und Verformungsverhalten die Auswahl des Befestigungssystems. Gerade bei verdeckten Systemen muss die jeweilige Holzart vom Systemhersteller freigegeben sein. Für modifizierte Hölzer und WPC/NFC dürfen Vorgaben für herkömmliche Vollholzterrassendielen nicht ohne Weiteres übernommen werden. Die Fachliteratur weist ausdrücklich auf die besondere Bedeutung der Herstellerinformationen bei diesen Materialien hin. Für WPC/NFC seien aufgrund der verschiedenen Rezepturen und Produktionsverfahren keine allgemeingültigen Aussagen zum Materialverhalten möglich.

Dielenstärke, Dielenbreite und Holzfeuchte

Abmessungen und bei Holz insbesondere die Einbaufeuchte wirken sich auf die Konstruktion aus. Ein Befestigungssystem darf deshalb nur innerhalb der vom Hersteller vorgesehenen Dimensionen eingesetzt werden. Auch die erforderlichen Unterkonstruktionsabstände hängen von Dielenstärke und Material ab. Für modifizierte Hölzer und WPC/NFC sollen diese nicht aus allgemeinen Tabellenwerten abgeleitet, sondern anhand der Herstellerangaben festgelegt werden.

Profil und Nutgeometrie

Eine seitliche Nut allein bedeutet nicht, dass jeder Terrassenclip verwendet werden kann. Profil und Befestigungssystem müssen konstruktiv zueinander passen. Bei rückseitigen Systemen müssen ebenfalls die jeweils zugelassenen Dielenabmessungen und Montagebedingungen eingehalten werden.

Unterkonstruktion

Auch die Unterkonstruktion ist Bestandteil des Befestigungssystems. Schrauben und Verbinder müssen für das verwendete Unterkonstruktionsmaterial geeignet sein. Bei einer Aluminium-Unterkonstruktion sind beispielsweise dafür vorgesehene selbstbohrende beziehungsweise gewindeschneidende Schrauben erforderlich. Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem Aluminiumprofil und den Herstellerangaben. Geeignete Unterbaumaterialien finden Sie in unserer Kollektion für Terrassen-Unterkonstruktionen.

Standort und Korrosionsbeanspruchung

Die Auswahl der Schrauben sollte nicht ausschließlich anhand einer Bezeichnung wie A2 oder A4 erfolgen. Maßgeblich sind unter anderem die Umgebungsbedingungen sowie die konkrete Werkstoff- und Produktfreigabe.

Besonders bei gerbstoffhaltigen Hölzern ist zusätzlich auf die Materialverträglichkeit zu achten. Eisenhaltige beziehungsweise ungeeignete Verbindungsmittel können mit Holzinhaltsstoffen reagieren und Verfärbungen verursachen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber zu graublauen Flecken auf Terrassendielen.

Spätere Demontage und Austausch

Auch die spätere Zugänglichkeit sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Bei verdeckten Systemen kann der Austausch einzelner Dielen je nach Aufbau einen höheren Arbeitsaufwand verursachen. Die Seminarunterlage nennt dies ausdrücklich als einen möglichen Unterschied gegenüber einer sichtbaren Befestigung.

Rückseitig montierter Terrassenverbinder an einer massiven Holzterrassendiele

Besonderheiten unterschiedlicher Terrassendielen

Massive Holzterrassendielen

Für massive Terrassendielen kann eine sichtbare Verschraubung oder ein ausdrücklich für Holzart, Abmessung und Unterkonstruktion zugelassenes verdecktes System verwendet werden.

Bei einer sichtbaren Verschraubung sind Schraubenposition, Vorbohrung, Senkung und Verschraubung fachgerecht auszuführen. Bei harten und schweren Laubhölzern ist den Vorgaben zum Vorbohren besondere Beachtung zu schenken.

Douglasien- und Lärchendielen

Douglasie und Lärche können durch Feuchteänderungen quellen und schwinden; zudem kann Rissbildung auftreten. Das Befestigungssystem muss diese Eigenschaften berücksichtigen. Eine generelle Empfehlung für oder gegen ein verdecktes System lässt sich daraus nicht ableiten – entscheidend ist die konkrete Freigabe des Herstellers.

Hartholzdielen

Bei harten und schweren Laubhölzern stellt insbesondere die Verschraubung erhöhte Anforderungen an Werkzeug und Vorbohrung. Auch hier ist zu prüfen, ob ein verdecktes Befestigungssystem für die jeweilige Holzart freigegeben wurde. Gerade bei stärker zu Verformungen neigenden Hölzern kann dies eingeschränkt sein.

Modifizierte Terrassendielen

Thermisch oder chemisch modifizierte Hölzer weisen gegenüber unbehandeltem Vollholz veränderte Materialeigenschaften auf. Befestigungssystem, Unterkonstruktionsabstände und Verarbeitung müssen deshalb anhand der jeweiligen Herstellerinformationen festgelegt werden. Die Fachliteratur weist zudem darauf hin, dass Thermoholz und WPC/NFC zum aktuellen Stand nicht in den Geltungsbereich der Fachregel 02 fallen. Gerade bei diesen Produkten sollten deshalb keine Regeln für konventionelle Vollholzterrassen pauschal übertragen werden.

WPC-Terrassendielen

Bei WPC-Terrassendielen müssen Diele, Unterkonstruktion und Befestigung als produktspezifisches System betrachtet werden. Die Montageanleitung legt unter anderem die zulässigen Unterkonstruktionsabstände, das Zubehör sowie erforderliche Bewegungs- und Randabstände fest. WPC/NFC-Profile verändern ihre Abmessungen unter Temperatureinfluss vor allem in Längsrichtung. Deshalb müssen die vom Hersteller vorgeschriebenen Abstände an Dielenenden, Bauteilen und Längenstößen berücksichtigt werden. Pauschale Werte sollten nicht produktübergreifend genannt werden.

Fugenabstand bei Terrassendielen nicht pauschal festlegen

Bei Holzterrassendielen hängt die erforderliche Fuge unter anderem von Holzart, Dielenabmessung und insbesondere der Holzfeuchte beim Einbau ab. Durch jahreszeitliche Feuchteänderungen quellen und schwinden die Dielen, wodurch sich auch die Fugenbreite verändert. Bei WPC/NFC sind dagegen zusätzlich die vom Hersteller angegebenen temperaturbedingten Bewegungen und die dafür vorgesehenen Abstände zu berücksichtigen. Ein einheitlicher Fugenwert für sämtliche Holz- und WPC-Dielen wäre daher fachlich nicht sinnvoll.

Eine Fugenlehre für Terrassendielen hilft dabei, ein zuvor technisch festgelegtes Maß während der Montage gleichmäßig zu übertragen. Sie bestimmt jedoch nicht, welcher Fugenabstand für die jeweilige Terrassendiele erforderlich ist.

Befestigungsmaterial richtig planen

Ein allgemeingültiger Verbrauch pro Quadratmeter lässt sich nicht für jedes Befestigungssystem angeben. Ausgangspunkt sollten immer der Verbrauchswert beziehungsweise die Planungsvorgaben des Herstellers sowie die tatsächliche Anzahl der Auflager- und Befestigungspunkte sein.

  • Bei komplexen Flächen empfiehlt sich deshalb eine Planung
  • anhand der tatsächlichen Dielenaufteilung und Unterkonstruktion.
  • Anfangs- und Endbereiche,
  • Dielenstöße,
  • Treppen,
  • Blenden oder andere konstruktive Details
  • sind dabei gesondert zu berücksichtigen.

Empfohlene Reihenfolge bei der Planung

  1. Terrassendiele einschließlich Material, Profil und Abmessungen festlegen.
  2. Einsatzbereich, Standort und spätere Nutzung prüfen.
  3. Geeignete Unterkonstruktion auswählen und deren erforderliche Abstände festlegen.
  4. Befestigungssystem auf die konkrete Diele und Unterkonstruktion abstimmen und Herstellerfreigaben prüfen.
  5. Fugen, Bewegungsabstände, Randanschlüsse und Entwässerung entsprechend Material und System planen.
  6. Geeignete Schrauben beziehungsweise Systemkomponenten anhand von Holzart, Unterkonstruktion und Umgebungsbedingungen auswählen.
  7. Materialbedarf anhand des tatsächlichen Aufbaus und der aktuellen Montageanleitung ermitteln.

Häufige Fehler bei der Terrassendielen-Befestigung

  • Typische Fehler sind die Auswahl eines Befestigungssystems ausschließlich nach der Optik,
  • der Einsatz nicht freigegebener Systemkomponenten,
  • ein Clip, der nicht zur Nutgeometrie passt,
  • ungeeignete Schrauben für Holzart oder Unterkonstruktion,
  • fehlendes Vorbohren bei entsprechenden Materialien,
  • eine nicht geeignete Unterkonstruktion
  • sowie pauschal festgelegte Fugenabstände.
  • Bei WPC/NFC ist insbesondere problematisch,
  • Montagevorgaben oder Zubehör
  • von einem Produkt auf ein anderes zu übertragen.

Fazit: Die Befestigung muss zur gesamten Terrasse passen

Die geeignete Befestigung für Terrassendielen ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Dielenmaterial, Abmessungen, Unterkonstruktion, Standort und Befestigungssystem. Bei Holz kann je nach Produkt eine sichtbare oder verdeckte Befestigung infrage kommen. Verdeckt befestigte Dielen besitzen keine Schraubenköpfe auf der Nutzfläche, allerdings können Teile des Systems innerhalb der Fugen sichtbar bleiben. Bei WPC/NFC und modifizierten Materialien sollte auf pauschale Montageempfehlungen verzichtet werden. Hier sind die aktuellen Produktinformationen, Montageanleitungen und vom Hersteller freigegebenen Komponenten maßgeblich.

Eine Übersicht über Terrassenverbinder, Abstandshalter, Montagewerkzeuge und weiteres Zubehör für Holzterrassendielen finden Sie im Gunreben-Onlineshop. Die passenden Dielen finden Sie in unserer Kollektion für Holzterrassendielen.