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Sonderposten / Restposten
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Ist eine Siebdruckplatte wasserfest?

Kurz gesagt: Die Verleimung einer guten Siebdruckplatte ist wasserfest, die Platte selbst ist wasserabweisend, aber nicht unbegrenzt wasserdicht. Bei Siebdruckplatten aus Birke mit BFU-100-Verleimung und Verklebung nach EN 314 Klasse 3 halten die Leimfugen Feuchtigkeit und Witterung stand. Die Phenolharz-Filmbeschichtung auf beiden Seiten hält Wasser von der Oberfläche fern. Die Schwachstelle sind die Kanten: Werden sie beim Zuschnitt freigelegt und nicht neu versiegelt, kann dort Wasser in das Holz ziehen.

Wer eine Siebdruckplatte wasserfest einsetzen möchte, etwa als Anhängerboden, für Verkleidungen im Außenbereich oder im Bühnenbau, sollte deshalb drei Dinge beachten: die richtige Verleimung, die passende Stärke und den Schutz der Schnittkanten. In diesem Ratgeber erklären wir alle drei Punkte und zeigen, welche Stärke von 9 bis 24 mm zu welchem Projekt passt. Das gesamte Sortiment finden Sie in unserer Kollektion Siebdruckplatten.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Wasserfest verleimt: Achten Sie auf BFU 100 bzw. EN 314 Klasse 3 und EN 636-3. Diese Angaben stehen bei allen Gunreben-Siebdruckplatten in den Produktdaten.
  • 9–12 mm: Verkleidungen, Wandflächen, Kisten und Aufbauten mit geringer Last.
  • 15–18 mm: häufig gewählt für Anhängerböden, Werkbänke, Regalböden und begehbare Podeste.
  • 21–24 mm: für höhere Lasten und größere Abstände der Auflager, zum Beispiel im Fahrzeug- und Bühnenbau.
  • Welche Seite oben? Bei Böden die Siebseite mit der rutschhemmenden Struktur nach oben, bei Wänden und Möbeln meist die glatte Filmseite nach außen.
  • Nach jedem Zuschnitt: Schnittkanten neu versiegeln.

Was ist eine Siebdruckplatte?

Eine Siebdruckplatte ist eine Multiplexplatte (Furniersperrholz) aus vielen dünnen, kreuzweise verleimten Furnierlagen. Bei Gunreben bestehen alle Platten aus europäischer Birke. Beide Seiten sind mit einem Phenolharzfilm beschichtet: Die Vorderseite trägt eine eingeprägte Siebstruktur, die rutschhemmend wirkt, die Rückseite ist glatt. Daher kommt der Name „Siebdruck“.

Die kreuzweise verleimten Lagen machen die Platte formstabil und maßhaltig. Laut Produktbeschreibung sind unsere Siebdruckplatten ab Werk 4-seitig kantenversiegelt. Das Standardformat beträgt 1250 × 2500 mm, die Stärken reichen von 9 bis 24 mm.

Siebdruckplatte aus europäischer Birke, 9 mm, mit dunkler Filmbeschichtung und sichtbaren Furnierlagen an der Kante, Produktfoto

Siebdruckplatte wasserfest: Was BFU 100, EN 314 und EN 636-3 bedeuten

Ob eine Siebdruckplatte für feuchte Umgebungen und den Außenbereich geeignet ist, entscheidet vor allem die Verleimung. Diese Kennzeichnungen sollten Sie kennen:

  • BFU 100: traditionelle Bezeichnung für wetterfest verleimtes Bau-Furniersperrholz. Die Leimfugen sind für Feuchtigkeit und Witterung ausgelegt.
  • EN 314 Klasse 3: Klasse der Verklebungsqualität von Sperrholz für den Einsatz im ungeschützten Außenbereich.
  • EN 636-3: Norm für Sperrholz zur Verwendung im Außenbereich (Nutzungsklasse 3). Der Zusatz „S“ steht für die Eignung als tragende Platte.

Alle Siebdruckplatten von Gunreben sind laut Produktdaten BFU 100 verleimt und nach EN 314 Klasse 3 und EN 636-3/S gefertigt. Die Leistungserklärungen finden Sie auf unserer Seite CE-Leistungserklärungen.

Warum „wasserfest“ nicht „wasserdicht“ heißt

Die Filmbeschichtung schützt die Oberfläche, und die Verleimung löst sich bei Nässe nicht. Das Holz im Inneren bleibt aber Holz: Dringt über offene Kanten, Bohrlöcher oder beschädigte Stellen über längere Zeit Wasser ein, quellen die Furnierlagen. Stehendes Wasser auf der Fläche, Kratzer im Film und unversiegelte Schnittkanten sind deshalb die häufigsten Ursachen für Schäden.

Brandverhalten

Für unsere Siebdruckplatten ist in den Produktdaten die Brandschutzklasse D-s2, d0 angegeben. Das entspricht „normal entflammbar“. Wenn für Ihr Projekt ein schwer entflammbarer Baustoff vorgeschrieben ist, sind diese Platten dafür nicht ausgewiesen.

Welche Stärke für welchen Einsatz? Siebdruckplatten von 9 bis 24 mm

Die Frage „Siebdruckplatte welche Stärke?“ hängt vor allem von zwei Faktoren ab: der Last und dem Abstand der Auflager, also wie weit die Platte frei zwischen Trägern, Querstreben oder Rahmen spannt. Je größer der Abstand und je höher die Last, desto stärker sollte die Platte sein. Die folgende Übersicht ist eine Orientierung aus der Praxis und ersetzt keine Statik oder die Vorgaben eines Fahrzeugherstellers.

Stärke Typische Einsätze Hinweis
9 mm Wandverkleidung in Garage, Werkstatt oder Laderaum, Aufbauten, Transportkisten, Rückwände Leicht und gut zu verarbeiten, für Böden mit Last nur auf engem Raster
12 mm Seitenwände, Bordwände, Verkleidungen im Außenbereich, Möbel und Regale mit geringer Spannweite Steifer als 9 mm, aber noch handlich
15 mm Leichtere Anhängerböden, Werkbankplatten, Regalböden, Kofferraum- und Ladeflächen Häufige Wahl für Pkw-Anhänger mit engem Rahmen
18 mm Anhängerböden mit mehr Zuladung, begehbare Podeste, Arbeitsplattformen Guter Kompromiss aus Steifigkeit und Gewicht
21 mm Fahrzeugbau, Bühnenbau, Böden mit größerem Auflagerabstand Deutlich schwerer, Unterkonstruktion entsprechend auslegen
24 mm Hohe Punktlasten, Rampen, stark beanspruchte Böden Stärkste Platte im Sortiment

Siebdruckplatte für den Anhänger: welche Stärke?

Für den Anhängerboden werden meist 15 oder 18 mm verwendet, bei schwereren Lasten auch 21 mm. Messen Sie vor dem Kauf die vorhandene Bodenplatte nach: Viele Anhänger sind auf eine bestimmte Stärke ausgelegt, und Bordwände, Profile und Verschraubungen passen nur dazu. Maßgeblich sind die Angaben des Anhängerherstellers. Beim Erneuern die Siebseite nach oben legen und alle Schnittkanten und Bohrlöcher vor dem Einbau versiegeln.

Werkstatt, Garage und Bühne

Als Wandverkleidung in Werkstatt oder Garage reichen oft 9 bis 12 mm, solange die Platte auf einer Lattung mit engem Abstand verschraubt wird. Für Werkbänke, Regalböden und Podeste empfehlen sich 15 bis 18 mm. Im Bühnen- und Messebau, wo Flächen begangen und häufig auf- und abgebaut werden, kommen meist die stärkeren Platten zum Einsatz.

Siebdruckplatte im Außenbereich: Kanten versiegeln und richtig einbauen

Damit eine Siebdruckplatte im Außenbereich ihre Eigenschaften behält, kommt es auf die Verarbeitung an:

  1. Zuschnitt planen: Das Format 1250 × 2500 mm möglichst so nutzen, dass wenige neue Schnittkanten entstehen.
  2. Schnittkanten versiegeln: Die Werkskantenversiegelung schützt nur die Außenkanten der ganzen Platte. Jede neue Kante und jedes Bohrloch wird mit einem geeigneten Kantenschutz oder Lack für Sperrholz im Außenbereich gestrichen, am besten in mehreren Schichten.
  3. Wasser ablaufen lassen: Waagerechte Flächen mit leichtem Gefälle oder Abstand zum Boden einbauen, damit kein Wasser stehen bleibt.
  4. Hinterlüften: Bei Verkleidungen einen Luftspalt zur Wand lassen, damit die Rückseite abtrocknen kann.
  5. Beschädigungen ausbessern: Tiefe Kratzer im Film oder ausgebrochene Kanten zeitnah nachstreichen.

Welche Seite gehört nach oben? Die Siebseite mit der Wabenstruktur ist rutschhemmend und gehört bei Anhängerböden, Podesten und Laderampen nach oben. Die glatte Filmseite eignet sich als Sichtseite für Wände, Möbel und Flächen, die leicht zu reinigen sein sollen.

Siebdruckplatte, OSB-3 oder Leimholz? Die Platten im Vergleich

Für viele Projekte stellt sich die Frage, ob es wirklich eine Siebdruckplatte sein muss. Die drei Plattentypen haben unterschiedliche Stärken:

Platte Aufbau Oberfläche Feuchte und Außenbereich Typischer Einsatz
Siebdruckplatte Birke Kreuzweise verleimte Birkenfurniere Phenolharzfilm, Sieb- und Glattseite Für den Außenbereich gefertigt (EN 636-3), Schnittkanten versiegeln Anhänger, Fahrzeug- und Bühnenbau, robuste Böden und Wände
OSB-3 Platte Verpresste, ausgerichtete Holzspäne Rau bzw. Contifinish, unbeschichtet Für den Feuchtbereich ausgelegt, nicht für die ungeschützte Bewitterung Innenausbau, Unterboden, Wand- und Dachbeplankung
Leimholzplatte Eiche Massive, verleimte Holzlamellen Holzoberfläche, wird geölt oder lackiert Für den Innenbereich Möbel, Tischplatten, Fensterbänke, Treppenstufen

Für große Flächen im Innenausbau, etwa einen Unterboden im Dachgeschoss, ist eine OSB-3 Platte 22 mm mit Nut und Feder oft die wirtschaftlichere Wahl. Für Wände eignen sich dünnere Platten wie die OSB-3 Platte 12 mm. Welche Stärke wo passt, erklärt unser Ratgeber Welche OSB-Plattenstärke für Wand, Boden und Innenausbau? Alle Stärken finden Sie in der Kollektion OSB-3 Platten.

Detailaufnahme einer OSB-3 Platte mit Nut und Feder und Contifinish-Oberfläche als Vergleich zur Siebdruckplatte

Wenn die Holzoberfläche sichtbar bleiben soll, etwa bei Möbeln, ist Massivholz die bessere Wahl. Die Leimholzplatte 20 mm Eiche mit durchgehenden Lamellen und weitere Stärken finden Sie unter Leimholzplatten. Für stärkere Platten lohnt ein Blick in unseren Beitrag Leimholzplatte 40 mm: Für welche Projekte ist diese Stärke sinnvoll?

Welche Siebdruckplatte passt zu welchem Projekt?

Anhängerboden erneuern

Alte Platte ausmessen und dieselbe Stärke wählen, meist die Siebdruckplatte 15 mm oder die Siebdruckplatte 18 mm. Siebseite nach oben, Kanten und Bohrlöcher versiegeln.

Werkstatt- und Garagenwand

Die Siebdruckplatte 9 mm oder 12 mm mit der glatten Seite nach außen ist leicht zu reinigen und unempfindlich gegen Stöße.

Bühne, Podest und Messebau

Für begehbare Flächen mit größerem Auflagerabstand die Siebdruckplatte 21 mm oder 24 mm verwenden.

Dach, Unterboden und Innenausbau

Hier sind OSB-3 oder Rauspund Fichte 28 × 136 mm meist passender. Den Unterschied erklärt unser Ratgeber Rauspund 24 oder 28 mm? Für tragende Balken lesen Sie KVH oder BSH? Weitere Produkte finden Sie in der Kollektion Holzbau.

Fazit: Wasserfest verleimt, richtig verarbeitet

Eine Siebdruckplatte ist wasserfest verleimt und für den Außenbereich gefertigt, wenn sie BFU 100, EN 314 Klasse 3 und EN 636-3 erfüllt. Ob sie im Einsatz trocken bleibt, entscheidet die Verarbeitung: versiegelte Schnittkanten, kein stehendes Wasser und die passende Stärke für Last und Auflagerabstand. Für Verkleidungen reichen 9 bis 12 mm, für Anhängerböden und Werkbänke sind 15 bis 18 mm üblich, für hohe Lasten 21 bis 24 mm.

Wählen Sie Ihre Stärke in der Kollektion Siebdruckplatten und bestellen Sie die passende Platte direkt online.

Größere Mengen oder Fragen zum Projekt? Für Fahrzeugbauer, Messebauer, Schreiner und andere Betriebe stellen Sie Ihre Anfrage über unser Gewerbe-Kontaktformular oder per E-Mail an info@gunreben.de. Privatkunden erreichen uns über die Kontaktseite.

FAQ zu Siebdruckplatten

Antworten auf häufige Fragen zu Wasserfestigkeit, Stärke und Verarbeitung.

Die Verleimung ist wasserfest, wenn die Platte BFU 100 bzw. nach EN 314 Klasse 3 verleimt ist. Der Phenolharzfilm macht die Oberfläche wasserabweisend. Offene Schnittkanten und Bohrlöcher müssen Sie aber versiegeln, sonst kann dort Wasser eindringen.

Meist werden 15 oder 18 mm verwendet, bei schweren Lasten auch 21 mm. Am sichersten ist es, die Stärke der alten Bodenplatte zu übernehmen und die Angaben des Anhängerherstellers zu beachten.

Bei Böden, Rampen und Podesten gehört die Siebseite mit der rutschhemmenden Struktur nach oben. Bei Wänden und Möbeln zeigt meist die glatte Filmseite nach außen, weil sie sich leichter reinigen lässt.

Die Außenkanten unserer Platten sind ab Werk versiegelt. Sobald Sie die Platte zuschneiden oder bohren, sollten Sie die neuen Kanten und Löcher mit einem Kantenschutz oder Lack für Sperrholz im Außenbereich mehrfach streichen.

Alle Stärken von 9 bis 24 mm haben laut Produktdaten das Format 1250 × 2500 mm. Sie bestehen aus europäischer Birke und haben eine Sieb- und eine Glattseite.