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Sonderposten / Restposten
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Rauspund gehört zu den Klassikern im Holzbau: einfache Bretter mit Nut und Feder, die sich schnell zu einer geschlossenen Fläche verbinden lassen – als Blindboden im Dachboden, als Dachschalung oder als Wand und Boden im Gartenhaus. Die häufigste Frage dabei lautet: Rauspund 24 oder 28 mm – welche Stärke brauche ich? Und gleich danach: Rauspund oder OSB? In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl ankommt, wie Sie Rauspund verlegen und befestigen und wann Plattenware die bessere Wahl ist.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Rauspund 24 mm: für Blindböden und Dachböden, die vor allem als Abstellfläche dienen, für Gartenhäuser und einfache Schalungen – bei üblichen Balkenabständen.
  • Rauspund 28 mm: wenn der Boden regelmäßig begangen wird, schwerere Lasten trägt oder die Balken weiter auseinanderliegen.
  • OSB-3-Platten: wenn eine große Fläche schnell geschlossen werden soll und die Platten gut an den Einbauort gelangen.
  • Immer gilt: Die erforderliche Stärke hängt vom Abstand der Balken oder Sparren und von der Nutzung ab. Bei Dach und tragenden Bauteilen legt der Zimmerer bzw. Statiker sie fest.

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Was ist Rauspund?

Rauspund sind Bretter mit Nut und Feder an den Längskanten. Beim Verlegen greift die Feder des einen Bretts in die Nut des nächsten – so entsteht eine geschlossene, in sich ausgesteifte Fläche ohne offene Fugen. Der Name geht auf die traditionell raue, ungehobelte Ausführung zurück. Unser Rauspund ist auf der Sichtseite gehobelt, bleibt aber ein Produkt für Bereiche, in denen die Funktion vor der Optik steht.

Unser Rauspund aus Fichte hat folgende Eckdaten laut Produktangaben:

  • Holzart: Fichte
  • Stärken: 24 mm und 28 mm, jeweils 136 mm breit
  • Profil: 2-seitig Nut und Feder
  • Längen: 4,00 m und 5,00 m
  • Holzfeuchte: technisch getrocknet auf ca. 18 % ± 2 %
  • Sortierung: UGL (rustikale Qualität)

Rauspund Fichte in der Seitenansicht mit Nut und Feder an den Längskanten

Was bedeutet die UGL-Sortierung?

Die UGL-Sortierung ist eine rustikale Qualität für technische Anwendungen. Laut Produktbeschreibung sind festverwachsene Äste uneingeschränkt zulässig, vereinzelt auch ausgefallene Schwarzäste oder Astlöcher bis ca. 20 mm. Die Sichtseite ist gehobelt und kann vereinzelt Hobelschläge zeigen, die Rückseite ist egalisiert und teilweise waldkantig. Trockenrisse, kleinere Endrisse, Farbunterschiede und leichte Bläue sind holztypisch. Nut und Feder sind funktionsfähig, können aber stellenweise stramm sitzen.

Für einen Blindboden, eine Dachschalung oder die Innenseite eines Gartenhauses ist das unproblematisch. Bleibt der Rauspund sichtbar, empfiehlt sich laut Produktangaben eine Reserve von etwa 20 %, damit Sie Bretter mit störenden Merkmalen aussortieren oder an verdeckten Stellen einsetzen können.

Rauspund 24 oder 28 mm: Welche Stärke passt?

Die Stärke entscheidet darüber, wie weit ein Brett zwischen zwei Auflagern spannen kann, ohne merklich nachzugeben. Drei Fragen helfen bei der Auswahl:

  1. Wie groß ist der Abstand der Balken, Sparren oder Lagerhölzer? Je größer der Abstand, desto eher brauchen Sie die stärkere Variante.
  2. Wie wird die Fläche genutzt? Ein Dachboden, auf dem nur Kartons stehen, wird anders beansprucht als ein Raum, in dem Möbel stehen und täglich gelaufen wird.
  3. Kommt noch etwas darauf? Dient der Rauspund als Blindboden unter Dielen, Platten oder Estrichelementen, verteilen diese die Last zusätzlich – die Anforderungen des Bodenaufbaus gehen dann vor.

Rauspund 24 mm

Die 24-mm-Variante ist die typische Wahl für Blindböden, Dachböden mit überwiegender Nutzung als Abstellfläche, Gartenhäuser, Schuppen und einfache Schalungen. Sie ist leichter, lässt sich gut durch eine Dachbodenluke tragen und reicht bei üblichen Balkenabständen für diese Anwendungen in vielen Fällen aus.

Rauspund 28 mm

Die 28-mm-Variante bietet mehr Reserve. Sie ist sinnvoll, wenn der Dachboden regelmäßig begangen wird, schwerere Gegenstände darauf stehen oder die Balken weiter auseinanderliegen. Auch wenn Sie später einen Ausbau planen, ist die stärkere Schalung oft die vorausschauendere Wahl.

Wichtig: Konkrete Spannweiten hängen von Holzart, Sortierung, Lastannahme und Konstruktion ab. Bei Dachschalungen, Decken und allem, was statisch relevant ist, legt der Zimmerer bzw. Statiker die Stärke fest. Im Zweifel ist die stärkere Variante die sichere Wahl.

Rauspund oder OSB?

Beide Materialien schließen eine Fläche – der Unterschied liegt vor allem in Format, Verarbeitung und Einsatz:

Kriterium Rauspund (Fichte) OSB-3-Platte
Material Massivholz-Bretter Holzwerkstoff aus verleimten Holzspanstreifen
Format 136 mm breit, 4,0 oder 5,0 m lang großformatige Platte
Verbindung Nut und Feder an den Längskanten 4-seitig Nut und Feder (je nach Platte)
Transport einzelne Bretter, gut durch enge Treppen und Luken sperriger, ggf. vorher zuschneiden
Verlegetempo mehr Stöße und Befestigungspunkte große Fläche pro Platte
Spätere Öffnung einzelne Bretter lassen sich gut herausnehmen Platten aufwendiger zu öffnen
Typischer Einsatz Dachschalung, Blindboden, Gartenhaus Unterboden, Wandbeplankung, Innenausbau

Rauspund spielt seine Stärken dort aus, wo das Material in kleinen Einheiten an den Einbauort muss – etwa durch eine Dachbodenluke – und wo später vielleicht noch Leitungen verlegt oder einzelne Bretter geöffnet werden sollen. Auf dem Dach ist Rauspund als Schalung unter Bitumenbahnen, Blech oder Schindeln verbreitet; der Dachaufbau wird dabei vom Planer bzw. Dachdecker vorgegeben.

OSB-3-Platten sind die schnellere Lösung für große, gut zugängliche Flächen im Innenausbau. Welche Plattenstärke für Wand und Boden passt, erklärt unser Ratgeber Welche OSB-Plattenstärke für Wand, Boden und Innenausbau? – die Platten selbst finden Sie in der Kategorie OSB-3-Platten, zum Beispiel als OSB-3 Platte 18 mm oder 22 mm.

Für Flächen, die Nässe und Witterung direkt ausgesetzt sind, etwa einen Anhängerboden oder eine Verkleidung im Außenbereich, kommt eher eine wasserfest verleimte Siebdruckplatte infrage. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Siebdruckplatte wasserfest? Welche Stärke für Anhänger, Werkstatt und Außenbereich.

OSB-3-Platten mit 4-seitiger Nut und Feder als Alternative zu Rauspund

Rauspund verlegen: Dachboden, Dach und Gartenhaus

Vorbereitung

  • Auflager prüfen: Balken, Sparren oder Lagerhölzer müssen tragfähig, eben und ausreichend breit für die Befestigung sein. Größere Höhenunterschiede vorher ausgleichen.
  • Akklimatisieren: Rauspund wird mit ca. 18 % Holzfeuchte geliefert. In beheizten Innenräumen trocknet das Holz weiter und schwindet. Lagern Sie die Bretter vor dem Einbau einige Tage am Einbauort, geschützt vor Regen und Bodenfeuchte.
  • Längen planen: Mit 4,0 und 5,0 m Länge lassen sich die Stöße gut auf die Balken legen. Planen Sie die Aufteilung so, dass jeder Stoß auf einem Auflager liegt.

Verlegen auf dem Dachboden (Blindboden)

  • Die Bretter quer zu den Balken verlegen, die erste Reihe mit der Nut zur Wand bzw. zur Traufe.
  • Zur Wand einen Randabstand einplanen, damit das Holz arbeiten kann und Luft zirkuliert.
  • Stöße versetzen und immer auf einem Balken enden lassen.
  • Nut und Feder mit einem Schlagholz zusammentreiben – nicht direkt auf die Feder schlagen.

Rauspund als Dachschalung

Als Dachschalung wird Rauspund quer zu den Sparren verlegt, üblicherweise von der Traufe zum First. In der Regel zeigt dabei die Feder nach oben, damit Wasser nicht in die Nut laufen kann. Der gesamte Aufbau – Stärke, Unterdeckung oder Abdichtung, Belüftung und Befestigung – richtet sich nach den Vorgaben von Planer, Zimmerer bzw. Dachdecker und den Herstellerangaben der Eindeckung.

Gartenhaus und Schuppen

Im Gartenhaus wird Rauspund für Boden, Dachschalung und Wandverkleidung eingesetzt. Achten Sie auf eine Unterkonstruktion mit Abstand zum Erdreich, damit der Boden von unten abtrocknen kann. Wer die Außenwand sichtbar mit einem offenen Holzprofil gestalten möchte, findet Anregungen im Ratgeber Rhombusleisten im Vergleich.

Rauspund nageln oder schrauben?

Beides ist möglich. Auf Dachflächen wird Rauspund häufig genagelt, im Innenausbau und auf Dachböden wird oft geschraubt – Schrauben lassen sich später wieder lösen und ziehen die Bretter sauber auf die Balken.

  • Anzahl: je Auflager üblicherweise zwei Befestigungsmittel pro Brett.
  • Länge (Faustregel): etwa das 2,5-Fache der Brettstärke – bei 24 mm Rauspund also rund 60 mm, bei 28 mm rund 70 mm. Bei statisch relevanten Bauteilen gelten die Vorgaben der Planung.
  • Material: Im Außenbereich und in Bereichen mit Feuchtebelastung empfehlen sich Schrauben aus Edelstahl.

Passende Schrauben finden Sie in unserer Kategorie Holzbauschrauben Edelstahl, etwa die Holzbauschrauben Edelstahl 5,0 × 60 mm für 24-mm-Rauspund oder die Holzbauschrauben Edelstahl 5,0 × 70 mm für 28-mm-Rauspund.

Holzbauschrauben aus Edelstahl 5,0 × 60 mm mit Senkkopf und TX-Antrieb zum Befestigen von Rauspund

Unterkonstruktion: Balken und Kantholz

Muss die Unterkonstruktion ergänzt oder neu aufgebaut werden – etwa für einen Gartenhausboden oder eine Aufdopplung im Dachboden –, eignet sich Konstruktionsvollholz (KVH), zum Beispiel KVH 60 × 160 mm oder KVH 80 × 200 mm. Wann KVH und wann Brettschichtholz sinnvoll ist, lesen Sie im Beitrag KVH oder BSH? Alle Holzbau-Produkte finden Sie in der Kategorie Holzbau.

Bedarf berechnen

Bei 136 mm Brettbreite deckt ein laufender Meter Rauspund nach dem Zusammenstecken etwas weniger als 0,136 m² ab, weil die Feder in der Nut verschwindet. Messen Sie die Deckbreite am besten an zwei zusammengesteckten Brettern nach und schlagen Sie etwa 10 % für Verschnitt auf – bei sichtbarer Verwendung laut Produktangaben eher 20 %.

Beispiel: Für einen Dachboden von 25 m² benötigen Sie bei einer beispielhaft angenommenen Deckbreite von 0,125 m etwa 25 ÷ 0,125 = 200 Laufmeter, mit 10 % Verschnitt also rund 220 Laufmeter – das entspricht 55 Brettern zu 4,0 m oder 44 Brettern zu 5,0 m.

Welche Variante passt zu welchem Projekt?

  • Dachboden als Abstellfläche: Rauspund 24 mm, verschraubt auf den Balken.
  • Begehbarer Dachboden oder späterer Ausbau: Rauspund 28 mm – oder OSB-3 mit der passenden Stärke, wenn die Platten an den Einbauort gelangen.
  • Dachschalung: Stärke nach Vorgabe von Zimmerer bzw. Dachdecker, meist im Zusammenspiel mit Unterdeckung und Eindeckung.
  • Gartenhaus und Schuppen: Rauspund 24 mm für Wand und Dach, für den Boden je nach Abstand der Lagerhölzer 24 oder 28 mm.
  • Große Projektmengen für Zimmerei und Handwerk: Weitere Dimensionen und Mengen auf Anfrage über den Gewerbe-Kontakt.

Häufige Fragen

Ist Rauspund 24 mm für einen Dachboden ausreichend?

Für einen Dachboden, der überwiegend als Abstellfläche genutzt wird, reicht 24 mm bei üblichen Balkenabständen in vielen Fällen aus. Wird der Boden regelmäßig begangen oder liegen die Balken weiter auseinander, ist 28 mm die sicherere Wahl. Verbindlich ist die Vorgabe von Zimmerer oder Statiker.

Wie herum wird Rauspund verlegt?

Auf dem Boden beginnen Sie mit der Nut zur Wand und treiben die Bretter mit einem Schlagholz zusammen. Als Dachschalung zeigt die Feder in der Regel nach oben zum First, damit Wasser nicht in die Nut läuft.

Kann man Rauspund sichtbar verwenden?

Ja, zum Beispiel im Gartenhaus oder im Dachboden. Wegen der rustikalen UGL-Sortierung mit Ästen, Farbunterschieden und möglichen Hobelschlägen sollten Sie dann etwa 20 % Reserve einplanen und die Bretter vor dem Einbau sortieren.

Muss Rauspund behandelt werden?

Im trockenen Innenbereich, etwa als Blindboden, ist meist keine Behandlung nötig. Im Außenbereich, zum Beispiel am Gartenhaus, schützen ein konstruktiver Holzschutz (Abstand zum Boden, Dachüberstand) und bei Bedarf ein geeigneter Anstrich für außen.

Fazit: Stärke nach Abstand und Nutzung wählen

Ob Rauspund 24 oder 28 mm die richtige Wahl ist, entscheiden der Abstand der Balken oder Sparren und die geplante Nutzung. Für Abstellflächen, Gartenhäuser und Blindböden ist 24 mm oft ausreichend, für begehbare Dachböden und größere Spannweiten bietet 28 mm mehr Reserve. OSB-3-Platten sind die schnellere Alternative für große, gut zugängliche Flächen.

Sehen Sie sich jetzt unseren Rauspund Fichte 28 × 136 mm und 24 × 136 mm an und bestellen Sie die passenden Holzbauschrauben gleich mit. Für größere Mengen schreiben Sie uns Ihre Fläche, Stärke und Längen über den Gewerbe-Kontakt – wir erstellen Ihnen ein Angebot.